Seit 1958/59 erstellt SCHOTT + PARTNER den Betriebsvergleich Bau nach der bewährten Methode SCHOTT, DEN fundiertesten Branchenvergleich für Bauunternehmen im deutschsprachigen Raum. Dafür werden rund 300 Bauunternehmen in Haupt- und Sondergruppen ausgewertet und zusätzlich nach Regionen, Größenklassen sowie weiteren relevanten Selektionsmerkmalen differenziert. Nachfolgend finden Sie anonymisierte Beispiel-Auszüge aus dem aktuellsten Betriebsvergleich: keine Firmennamen, aber transparent dargestellt, welche Unternehmensbereiche und Kennzahlen in die Analyse einfließen – als Basis, um strategische Optimierungspotenziale im Bauunternehmen klar zu erkennen und einzuordnen.
Das Baujahr 2024 war geprägt von Anpassungsmaßnahmen. Die geleisteten Baustellenstunden reduzierten sich im vierten Jahr in Folge. Die Bauleistungen stagnierten. Im Durchschnitt aller Bausparten wurde eine etwas verbesserte Erlös- und Ergebnisqualität erzielt, wobei die Unterschiede zwischen den Sparten erheblich sind. Erfreulich ist die erneut positive Entwicklung der Ausbildungsquote. Ebenso näherten sich die Krankheitsstunden wieder dem Normalmaß an.
Bei Betrieben, deren Leistungsschwerpunkt im Wohnungsbau liegt, sank die Bauleistung. Der Wertschöpfungs anteil konnte jedoch gesteigert werden. Die Einsatzstunden der Gewerblichen wurden vermindert, im Angestelltenbereich wurde abgebaut. Dadurch wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine Rendite von 5,6 % erzielt – leicht über dem Niveau des gesamten Hoch- und Ingenieurbaus mit 5 %. Dort erhöhte sich der Anteil öffentlicher Auftraggeber, die Baustellenentfernungen stiegen. Bei den Schlüsselfertigbauern ohne eigenen Rohbau zogen die Leistungswerte der Angestellten wieder an.
Etwas weniger schlechte Preise ermöglichten höhere Betriebsergebnisse. Sowohl im Straßen- und Erdbau als auch im Tiefbau nahmen Auslastung und erwirtschafteter Überschuss zu. Ein effizienterer Geräteeinsatz und weniger Hilfsbetriebsstunden trugen hierzu bei. Auch im besonders geräteintensiven Gleisbau verbesserten sich die Profite. Ein deutliches Wachstum verzeichneten die Ingenieurbauer. Die Baustelleneffizienz sank allerdings, die Gewinne verharrten bei unter 3 %. Die Sparte Umbau/Sanierung konnte ihre Leistung erhöhen, das Ergebnisniveau wurde gehalten. Die Spezialisten der Betonsanierung steigerten ihre Jahresresultate leicht. Die Rendite der Gesamtbaubetriebe (Mehrspartenbau) blieb weiterhin im Schnitt hinter der der anderen Hauptsparten zurück.
Betriebe mit weniger als 20 Mio. Bauleistung schnitten vergleichsweise schwächer ab, auffällig ist hier die ungünstige Altersstruktur. Die Unternehmen in den neuen Bundesländern erzielten wieder ein leichtes Wachstum bei stabilem Gewinn. Der Anstieg der Lohnkosten fiel weniger stark aus als erwartet.
Die Spitzenbetriebe mit den besten Ergebnissen erreichten diese vor allem durch höhere Effizienz und Produktivität. Nicht selten liegen die Personalkostensätze sogar über dem Durchschnitt. Dieser 66. Betriebsvergleich Bau enthält erstmals eine Tabelle zum Thema Nachhaltigkeit/ESG. Diese beinhaltet unter anderem die Arbeitsunfallquote.
In der Bauwirtschaft bieten sich weiterhin Chancen, die sich künftig verstärken dürften. Der Betriebsvergleich und seine Szenarien zeigen, wie diese genutzt werden können und welche Anpassungen dazu notwendig sind.