Betriebsvergleich Bau

Vorteile des Betriebsvergleichs Bau 

Seit 1958/59 erstellt SCHOTT + PARTNER den Betriebsvergleich Bau nach der bewährten Methode SCHOTT, DEN fundiertesten Branchenvergleich für Bauunternehmen im deutschsprachigen Raum. Dafür werden rund 300 Bauunternehmen in Haupt- und Sondergruppen ausgewertet und zusätzlich nach Regionen, Größenklassen sowie weiteren relevanten Selektionsmerkmalen differenziert. Nachfolgend finden Sie anonymisierte Beispiel-Auszüge aus dem aktuellsten Betriebsvergleich: keine Firmennamen, aber transparent dargestellt, welche Unternehmensbereiche und Kennzahlen in die Analyse einfließen – als Basis, um strategische Optimierungspotenziale im Bauunternehmen klar zu erkennen und einzuordnen.

Kennzahlengruppen im Betriebsvergleich bau

  • Bauspartenstruktur
  • Entwicklung von Gesamtleistung, Zeiteinsatz und Ergebnis
  • Kosten- und Leistungsstruktur: Eigene u. ARGE-Bauleistung, Fremdleistung u. Wertschöpfung
  • Kosten- und Leistungsstruktur: Bauausführungskosten, Deckungsbeitrag
  • Kosten- und Leistungsstruktur: Deckungsbeitrag und Betriebsergebnis
  • Kostenstruktur
  • Stundenlohn und Sozialaufwand
  • Sozialkosten, Berufsgenossenschaft
  • Ausfallzeiten, Durchschnittsalter, Stundeneinsatz, Wertschöpfung
  • Struktur des gewerblichen Personals und Ausbildungsquote
  • Gerätekosten
  • Kenndaten zu Digitalisierung, GPS-Steuerung und Ökologie
  • Rüstung und Schalung, Hilfs- und Betriebsstoffe, Kleingeräte, Werkzeuge
  • Hilfsbetriebsstunden
  • Angestelltenquote, Durchschnittsalter, Azubi
  • Angestelltenquote – Technische Abwicklung
  • Angestelltenquote – Kalkulation, Beschaffung und Akquisition
  • Angestelltenquote – Finanz-/Betriebswirtschaft, Personalwesen, Organisation
  • Gehaltsniveau der Angestellten
  • Allgemeine und weitere Kosten
  • Auftragsgrößenordnung, Aktionsradius, Baustellengröße
  • Auftraggeberstruktur
  • Sonderauswertungen: Gewinn- und Verlustbaustellen, Betriebsergebnis

Vorbemerkung aus dem 66. Betriebsvergleich BAU 2024/25

Das Baujahr 2024 war geprägt von Anpassungsmaßnahmen. Die geleisteten Baustellenstunden reduzierten sich im vierten Jahr in Folge. Die Bauleistungen stagnierten. Im Durchschnitt aller Bausparten wurde eine etwas verbesserte Erlös- und Ergebnisqualität erzielt, wobei die Unterschiede zwischen den Sparten erheblich sind. Erfreulich ist die erneut positive Entwicklung der Ausbildungsquote. Ebenso näherten sich die Krankheitsstunden wieder dem Normalmaß an.


Bei Betrieben, deren Leistungsschwerpunkt im Wohnungsbau liegt, sank die Bauleistung. Der Wertschöpfungs anteil konnte jedoch gesteigert werden. Die Einsatzstunden der Gewerblichen wurden vermindert, im Angestelltenbereich wurde abgebaut. Dadurch wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine Rendite von 5,6 % erzielt – leicht über dem Niveau des gesamten Hoch- und Ingenieurbaus mit 5 %. Dort erhöhte sich der Anteil öffentlicher Auftraggeber, die Baustellenentfernungen stiegen. Bei den Schlüsselfertigbauern ohne eigenen Rohbau zogen die Leistungswerte der Angestellten wieder an.


Etwas weniger schlechte Preise ermöglichten höhere Betriebsergebnisse. Sowohl im Straßen- und Erdbau als auch im Tiefbau nahmen Auslastung und erwirtschafteter Überschuss zu. Ein effizienterer Geräteeinsatz und weniger Hilfsbetriebsstunden trugen hierzu bei. Auch im besonders geräteintensiven Gleisbau verbesserten sich die Profite. Ein deutliches Wachstum verzeichneten die Ingenieurbauer. Die Baustelleneffizienz sank allerdings, die Gewinne verharrten bei unter 3 %. Die Sparte Umbau/Sanierung konnte ihre Leistung erhöhen, das Ergebnisniveau wurde gehalten. Die Spezialisten der Betonsanierung steigerten ihre Jahresresultate leicht. Die Rendite der Gesamtbaubetriebe (Mehrspartenbau) blieb weiterhin im Schnitt hinter der der anderen Hauptsparten zurück.


Betriebe mit weniger als 20 Mio. € Bauleistung schnitten vergleichsweise schwächer ab, auffällig ist hier die ungünstige Altersstruktur. Die Unternehmen in den neuen Bundesländern erzielten wieder ein leichtes Wachstum bei stabilem Gewinn. Der Anstieg der Lohnkosten fiel weniger stark aus als erwartet.


Die Spitzenbetriebe mit den besten Ergebnissen erreichten diese vor allem durch höhere Effizienz und Produktivität. Nicht selten liegen die Personalkostensätze sogar über dem Durchschnitt. Dieser 66. Betriebsvergleich Bau enthält erstmals eine Tabelle zum Thema Nachhaltigkeit/ESG. Diese beinhaltet unter anderem die Arbeitsunfallquote.


In der Bauwirtschaft bieten sich weiterhin Chancen, die sich künftig verstärken dürften. Der Betriebsvergleich und seine Szenarien zeigen, wie diese genutzt werden können und welche Anpassungen dazu notwendig sind.

BAU


VERGLEICHSGRUPPEN 


Der Betriebsvergleich Bau befindet sich bereits im 64. Vergleichsjahr. In insgesamt 6 Hauptgruppen und 7 Sondergruppen werden rund 300 Baubetriebe auf strategische Optimierungsmöglichkeiten hin untersucht:


Die Hauptgruppen bestehen aus Hochbau mit SF-Bau, Hochbau (Rohbau), Schlüsselfertigbau, Tiefbau, Straßenbau und Gesamtbau.  


Zu den Sondergruppen gehören Ingenieurbau, Gleisbau, Altbaumodernisierung, Betonsanierung / Bauwerksabdichtung / Gussasphalt, Spezialtiefbau, Deponiebau sowie Abbruch/ Recycling. 


STATUSREPORT „BAU 2023/24“


Auch im laufenden Jahr 2024 entwickeln sich die einzelnen Bausparten weiterhin sehr unterschiedlich. Intensivierter Wettbewerb und mancherorts Preiskämpfe sind die Folge. Dennoch konnte im vergangenen Jahr 2023 das durchschnittliche Betriebsergebnis im Bau insgesamt etwa auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.


Im Hochbau/Rohbau verminderte sich die Bauleistung im Berichtsjahr 2023. Trotz Anpassungsmaßnahmen wie der Reduzierung von Lohnersatzkräften sank das Ergebnis im Schnitt um einen halben Prozentpunkt. Die Hoch-/SF-Bauer erzielten einen leichten nominalen Anstieg des Bauvolumens. Der durchschnittliche Arbeitsstundeneinsatz eigener Arbeiter und Poliere sank. Die Renditen fielen geringer aus. Obwohl die Jahresleistung der Schlüsselfertigbauer ohne eigene Rohbauleistung nominal wuchs, schrumpfte die erzielte Wertschöpfung. Die Margen reduzierten sich spürbar. Die Höhe der Jahresgehälter je Angestellten stagnierte in dieser Vergleichsgruppe.


Die Straßenbaubetriebe berichteten ein leichtes Wachstum. Im Tiefbau lag die Steigerung des Bauvolumens bei circa 5 %. Der Anteil der Großaufträge stieg an. Den Gleisbauern gelang es – trotz branchenweit höchster Personalkostensätze – die Renditen weiter auf gutem Niveau zu halten.


Die Steigerung des Wertschöpfungsvolumens im Ingenieurbau trug dazu bei, das durchschnittliche Verlustergebnis aus 2022 in einen positiven Wert zu wandeln. In der Sparte Umbau/Sanierung verminderte sich der Profit, lag aber immer noch vergleichsweise hoch. Die Gruppe der Gesamtbaubetriebe ohne eindeutigen Spartenschwerpunkt wies weiterhin den niedrigsten Gewinn unter den Hauptvergleichsgruppen aus.


Das Niveau der Betriebsergebnisse in den neuen Bundesländern entspricht etwa dem der alten Länder, allerdings waren die neuen Länder deutlich stärker von Auslastungs- und Margenrückgängen betroffen.


Deutschlandweit gelang es den Betrieben mit Jahresbauleistungen von über 50 Millionen € in 2023 – anders als in den letzten Jahren – im Schnitt ein vernünftiges Ergebnisniveau zu erreichen. Die IT-Aufwendungen stiegen in allen Vergleichsgruppen an, was sicherlich nicht unbedingt ein Nachteil ist. Die durchschnittliche Anzahl eigener IT-Mitarbeiter hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt.


Trotz aller Widrigkeiten weisen die Kennwerte der Spitzenbetriebe darauf hin, dass nach wie vor Jahresresultate im zweistelligen Prozentbereich erzielbar sind.


Unsere SZENARIEN zeigen, dass neben starken Leistungswerten vor allem eine hohe Anpassungsfähigkeit der Schlüssel ist, um gute Gewinne zu erzielen und die Marktprobleme zu bewältigen.