Kies- und Sandwerke

voteile des betriebsvergleichs kies- und sandwerke

Der Betriebsvergleich Kies- und Sandwerke von SCHOTT + PARTNER wird seit 1988/89 nach der Methode SCHOTT erstellt und gliedert die teilnehmenden Betriebe in drei Hauptgruppen (je nach Art des gewonnenen Rohstoffs). Zusätzlich erfolgt eine differenzierte Analyse nach Unternehmen aus den neuen und alten Bundesländern. Nachfolgend finden Sie anonymisierte Beispiel-Auszüge aus dem aktuellen Betriebsvergleich. Diese dienen als Orientierung, welche Kennzahlen- und Themenfelder in den Branchenvergleich einbezogen werden.

kennzahlengruppen im betriebsvergleich kies- und sandwerke

  • Zusammensetzung der Verkaufsmenge
  • Struktur Rohvorkommen
  • Produkt- und Erlösstruktur • Sand
  • Produkt- und Erlösstruktur • Kies
  • Produkt- und Erlösstruktur • Sonstiges
  • Erlöse und Betriebsertrag
  • Betriebsertrag und Ergebnis
  • Betriebskosten
  • Ertrag und Ergebnis
  • Analyse des Cashflow
  • Analyse des zugekauften Materials
  • Primärkosten
  • Personalstruktur • Angestelltenquote
  • Analyse der Einsatz- und Ausfallstunden
  • Personalkostenanalyse
  • Produktivität
  • Produktivität der Gewinnung
  • Struktur der Einsatzstunden der Gewinnung
  • Technologie in Gewinnung und Transport
  • Produktivität der Aufbereitung
  • Produktivität und Art der Verladung
  • Kostenanalyse • Betriebsbereich gesamt
  • Kostenstellenanalyse • Gewinnung
  • Kostenstellenanalyse • Aufbereitung
  • Kostenstellenanalyse • Verladung
  • Kostenanalyse • Instandhaltung
  • Verwaltungskosten
  • Allgemeine Kosten
  • Stromverbrauch und Stromkosten
  • Lieferradius
  • Ermittlung der Wertschöpfung in % der Erlöse
  • Wertorientierte Kostenanalyse

Vorbemerkung aus dem 36. Betriebsvergleich K+S  2024/25

Im Jahr 2024 musste die Kies- und Sandbranche das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Absatzmenge verkraften. Aufgrund der relativ geringen Beschäftigtenzahl ist es für die Betriebe häufig schwierig, den Personalbestand an den geringeren Materialumsatz anzupassen. Tatsächlich ist die Produktivität – gemessen an verkauften Tonnen je produktiver Arbeitsstunde – weiter gesunken. Die verminderte Auslastung verschlechterte die Deckung der Fixkosten. Die Zahl der Angestellten je 500.000 verkauften Tonnen stieg. Dementsprechend lagen die Verwaltungs- und Vertriebskosten in Prozent des Betriebsertrages merklich höher.


Bis 2023 gelang es den meisten Unternehmen, Mengenverluste durch Preiserhöhungen auszugleichen oder zu überkompensieren. Im Berichtsjahr 2024 reichte der durchschnittlich schwächere Erlöszuwachs dafür nicht mehr aus. Betriebsergebnis und Cashflow sanken im Schnitt. Die ergebnisstärksten Werke zeigen die Bedeutung eines starken Erlösniveaus. Diese Spitzenbetriebe erzielen jedoch nicht nur bessere Verkaufspreise, sondern erreichen bei verkauften Tonnen je produktiver Arbeitsstunde rund 20 % höhere Werte als der Durchschnitt. Somit gelingt es ihnen, die Betriebskosten pro Tonne niedrig zu halten. Im Mittel aller Betriebe haben sich diese Aufwendungen seit 2010 verdoppelt – ein Anstieg, der deutlich über der Inflation liegt.


Auffällig ist insbesondere die stetige Kostenzunahme im Instandhaltungsbereich. In den neuen Bundesländern litten die Werke weiter unter den schwachen Erlösen. Der Sandpreis liegt –  auch wegen der höheren Vorkommen – um die Hälfte niedriger als im Westen. Hinzu kamen überdurchschnittliche Mengenrückgänge. Trotz eines weiterhin deutlichen Lohnkostenvorteils (29 € gegenüber 35 € je Stunde, inklusive Nebenkosten) blieben Betriebsergebnis und Cashflow schwächer.


In den alten und neuen Bundesländern stellt der Krankenstand eine zunehmende Belastung dar. Die durchschnittliche Krankheitsquote steigt seit Jahren stetig und lag 2024 bei fast 7 % der geleisteten Stunden.


Zeichnen sich Lichtblicke für die Kies- und Sandabsatzmengen ab? Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Nachfrage in Zukunft wieder beleben könnte. Die Aufgabe der Betriebe wird es dann sein, diese Chancen wirtschaftlich zu nutzen. Der Betriebsvergleich zeigt, worauf es dabei ankommt.

Kies – und Sandwerke


VERGLEICHSGRUPPEN


Im Bereich der Nassgewinnung unterscheiden wir zwischen zwei Gruppen. Zum einen die Rheinkieswerke, welche aus Werken mit Nassgewinnung im Rheingebiet besteht. Und zum zweiten die Gruppe der Anderen Werke mit Nassgewinnung, diese beinhaltet weitere

Werke mit ausschließlicher oder überwiegender Nassgewinnung.


In der Vergleichsgruppe der Trockengewinnung werden die Werke mit ausschließlich oder

überwiegendem Trockenabbau dargestellt.


Weitere Vergleichsgruppen sind alle Werke Alte Länder, alle Werke Neue Länder sowie Spitzenbetriebe (die 30% der Betriebe mit den besten Betriebsergebnissen).


STATUSREPORT „KIES- UND SANDWERKE 2023/24“


Der Kies- und Sandbranche gelang es im vergangenen Jahr die Betriebsergebnisse leicht zu steigern. Treiber hierfür waren wesentlich höhere Verkaufspreise, die für alle Körnungen erzielt werden konnten.


Dies half, die negativen Auswirkungen der im Schnitt deutlichen Absatzrückgänge ergebnismäßig auszugleichen. Bedingt durch gesunkene Arbeitsproduktivität und gestiegenen relativen Fixkosten erhöhten sich die Aufwendungen des Betriebes ein weiteres Mal erheblich. Eine Steigerung um fast 30% innerhalb der letzten vier Jahre ist festzustellen.


Eine Ausnahme bilden die Energiekosten, diese reduzierten sich auf hohem Niveau etwas. Diesel war günstiger einzukaufen. Die Belastung durch Vertriebs- und Verwaltungskosten stieg an. 


Positiv hervorzuheben ist das gesunkene Durchschnittsalter der gewerblichen Mitarbeiter. Der Wert von im Schnitt 47 Jahren repräsentiert eine vernünftige Personalstruktur.


Eine Besonderheit der Werke in den neuen Ländern ist der etwas geringere Rückgang des Tonnageabsatzes, der sich allerdings bereits im Vorjahr vermindert hatte. Aber auch die Erlösverbesserungen waren in den neuen Ländern schwächer ausgeprägt. Insgesamt gelang es diesen Betrieben im Durchschnitt, den Verlust des vorherigen Jahres in einen leichten Gewinn im Berichtsjahr zu wandeln. Hierzu trug auch der etwas moderatere Anstieg der

Betriebskosten bei.


Die Gruppe der Spitzenbetriebe setzt sich aus dem ergebnisstärksten Drittel der Vergleichsteilnehmer zusammen. Diese hatten zwar einen noch deutlicheren Absatzrückgang zu bewältigen als der Gesamtdurchschnitt, konnten die Verkaufspreise aber umso stärker verbessern. Zusätzlich weisen diese Betriebe weiterhin in allen Bereichen eine höhere

Produktivität aus. Im Mittel werden jüngere gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt. Die spezifischen Energieverbräuche sind geringer als bei anderen Werken. Dies drückt sich in einem niedrigeren CO2-Ausstoß aus.


Für die Kies- und Sandbranche stellt sich die Frage, ob die Marktprobleme weiterhin ausschließlich durch Anhebung der Verkaufspreise gelöst werden können. Die Notwendigkeit neuer Strategien drängt sich auf. Unsere Szenarien zeigen, dass ein Preiskampf sicherlich der falsche Weg ist. Mögliche betriebliche Anpassungsmaßnahmen können genutzt werden, um den schmalen Grat zwischen der nötigen Auslastung und vernünftigen Verkaufserträgen zu finden.