Der Betriebsvergleich Kies- und Sandwerke von SCHOTT + PARTNER wird seit 1988/89 nach der Methode SCHOTT erstellt und gliedert die teilnehmenden Betriebe in drei Hauptgruppen (je nach Art des gewonnenen Rohstoffs). Zusätzlich erfolgt eine differenzierte Analyse nach Unternehmen aus den neuen und alten Bundesländern. Nachfolgend finden Sie anonymisierte Beispiel-Auszüge aus dem aktuellen Betriebsvergleich. Diese dienen als Orientierung, welche Kennzahlen- und Themenfelder in den Branchenvergleich einbezogen werden.
Im Jahr 2024 musste die Kies- und Sandbranche das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Absatzmenge verkraften. Aufgrund der relativ geringen Beschäftigtenzahl ist es für die Betriebe häufig schwierig, den Personalbestand an den geringeren Materialumsatz anzupassen. Tatsächlich ist die Produktivität – gemessen an verkauften Tonnen je produktiver Arbeitsstunde – weiter gesunken. Die verminderte Auslastung verschlechterte die Deckung der Fixkosten. Die Zahl der Angestellten je 500.000 verkauften Tonnen stieg. Dementsprechend lagen die Verwaltungs- und Vertriebskosten in Prozent des Betriebsertrages merklich höher.
Bis 2023 gelang es den meisten Unternehmen, Mengenverluste durch Preiserhöhungen auszugleichen oder zu überkompensieren. Im Berichtsjahr 2024 reichte der durchschnittlich schwächere Erlöszuwachs dafür nicht mehr aus. Betriebsergebnis und Cashflow sanken im Schnitt. Die ergebnisstärksten Werke zeigen die Bedeutung eines starken Erlösniveaus. Diese Spitzenbetriebe erzielen jedoch nicht nur bessere Verkaufspreise, sondern erreichen bei verkauften Tonnen je produktiver Arbeitsstunde rund 20 % höhere Werte als der Durchschnitt. Somit gelingt es ihnen, die Betriebskosten pro Tonne niedrig zu halten. Im Mittel aller Betriebe haben sich diese Aufwendungen seit 2010 verdoppelt – ein Anstieg, der deutlich über der Inflation liegt.
Auffällig ist insbesondere die stetige Kostenzunahme im Instandhaltungsbereich. In den neuen Bundesländern litten die Werke weiter unter den schwachen Erlösen. Der Sandpreis liegt – auch wegen der höheren Vorkommen – um die Hälfte niedriger als im Westen. Hinzu kamen überdurchschnittliche Mengenrückgänge. Trotz eines weiterhin deutlichen Lohnkostenvorteils (29 € gegenüber 35 € je Stunde, inklusive Nebenkosten) blieben Betriebsergebnis und Cashflow schwächer.
In den alten und neuen Bundesländern stellt der Krankenstand eine zunehmende Belastung dar. Die durchschnittliche Krankheitsquote steigt seit Jahren stetig und lag 2024 bei fast 7 % der geleisteten Stunden.
Zeichnen sich Lichtblicke für die Kies- und Sandabsatzmengen ab? Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Nachfrage in Zukunft wieder beleben könnte. Die Aufgabe der Betriebe wird es dann sein, diese Chancen wirtschaftlich zu nutzen. Der Betriebsvergleich zeigt, worauf es dabei ankommt.