Seit 1987/88 führt SCHOTT + PARTNER den Betriebsvergleich Fertigteile und Betonwaren nach der Methode SCHOTT durch. Nachfolgend zeigen wir anonymisierte Auszüge aus dem aktuellsten Vergleich. Diese enthalten keine Firmennamen, aber eine klarer Darstellung, welche Unternehmensbereiche und Kennzahlen in die Auswertung einfließen. Ergänzend sind individuelle Benchmarks möglich, z. B. nach Produktgruppen, Betriebsgrößen, regionalem Wettbewerb oder Spitzenbetrieben für eine belastbare Einordnung der eigenen Performance im Markt.
Mit Anpassungen der Personalkapazitäten, Reduzierung von Schichten und weniger Neuinvestitionen versucht die Branche sich der sinkenden Nachfrage anzupassen. Dennoch erlitten die Betriebe im Gesamtdurchschnitt in 2024 einen Verlust von -2% der Jahresleistung und berichteten einen nur noch knapp positiven Cashflow. Die Zementpreise reduzierten sich minimal, bleiben aber auf einem sehr hohen Niveau. Zuschlagstoffewurden erneut teurer. Insgesamt stiegen die Betonkosten innerhalb der letzten fünf Jahre um etwa 40%.
Auch bei den Herstellern konstruktiver Fertigteile reichten die Anpassungsmaßnahmen nicht aus. Sie verzeichneten ein negatives Betriebsergebnis. Der Cashflow wurde nur etwas über Null gehalten. Die Fixkosten für Vertrieb, Verwaltung und technisches Büro konnten nicht gedeckt werden. Gestiegene Frachtkosten wirkten sich zusätzlich belastend aus. Im Bereich der Wandelemente brachen die Umsätze innerhalb von zwei Jahren um fast 50 % ein. Trotz alledem gibt es sie: die Spitzenbetriebe unter den FT-Werken – definiert als das obere Fünftel gemessen am Ergebnis - erzielten einen Gewinn von fast 8%.
Die Deckenwerke mussten ebenfalls eine Halbierung ihrer Jahresleistung binnen zwei Jahren hinnehmen. Sowohl Rendite als auch Cashflow waren in 2024 negativ. Die Kosten für Angestellte und Verwaltung beliefen sich auf mehr als 50 % der Wertschöpfung. Selbst die Spitzenbetriebe konnten nur noch einen knapp positiven Überschuss vorweisen, trotz starker Kapazitätsreduzierung im gewerblichen Bereich.
Der Umsatz der Produzenten von Steinen und Pflastern sank um fast ein Zehntel. Trotz konsequenter Reduzierung des Personals ergab sich ein Nullergebnis. Die Fixkosten durch den hohen Maschinierungsgrad belasteten spürbar. Die Spitzenbetriebe in diesem Segment erreichten einen Cashflow von durchschnitt- lich 15%.
Die Garagenwerke erzielten im Mittel keinen Gewinn. Vergleichsweise moderate Rückgänge berichteten die Hersteller von Rohren und Schächten. Sie wiesen weiterhin positive, jedoch schwache Resultate aus. Mit einer schwarzen Null zeigten die Betriebe in den neuen Ländern im Schnitt weniger schlechte Jahresergebnisse als jene im Westen. Positiv wirkten sich geringere vorgehaltene Kapazitäten im Angestelltenbereich aus. Der Lohnstundensatz-Vorteil beträgt noch etwa 15%.
Neu im Betriebsvergleich aufgenommen wurden ESG-Kennzahlen, die besonders bei der Unfallhäufigkeit auffällig hohe Werte ausweisen. Zeigen sich inzwischen mehr als nur Lichtblicke am Horizont? Erste Anzeichen deuten an, dass sich die Nachfrage wieder beleben wird. Aufgabe der am Markt aktiven Betriebe wird es sein, diese profitabel zu bewältigen. Der Betriebsvergleich zeigt, worauf es dabei ankommt.