Fertigteile und Betonwaren

vorteile des betriebsvergleichs fertigteile und betonwaren

Seit 1987/88 führt SCHOTT + PARTNER den Betriebsvergleich Fertigteile und Betonwaren nach der Methode SCHOTT durch. Nachfolgend zeigen wir anonymisierte Auszüge aus dem aktuellsten Vergleich. Diese enthalten keine Firmennamen, aber eine klarer Darstellung, welche Unternehmensbereiche und Kennzahlen in die Auswertung einfließen. Ergänzend sind individuelle Benchmarks möglich, z. B. nach Produktgruppen, Betriebsgrößen, regionalem Wettbewerb oder Spitzenbetrieben für eine belastbare Einordnung der eigenen Performance im Markt.

kennzahlengruppen im betriebsvergleich fertigteile und betonwaren

  • Produktstruktur
  • Kundenstruktur – Umsatzentwicklung
  • Auftragsgrößenstruktur – Lieferradius
  • Jahresleistung – Wertschöpfung – Ergebnis je Stunde
  • Kostenbelastungen und Ergebnis in %
  • Kostenanalyse – Analyse Cashflow 1 und 2 – Gesamtverarbeitungskosten
  • Leistung und Kosten je Tonne
  • Umsatz je Quartal
  • Kennwerte je produzierter Einheit
  • Kostenstruktur der Einsatzstoffe 1 / Teil 1
  • Kostenstruktur der Einsatzstoffe 2 / Teil 2
  • Kosten der Einsatzstoffe in € je Tonne
  • Belegschaftsstruktur nach Bereichen
  • Subunternehmerleistungen / Leihstunden
  • Lohnkosten
  • Durchschnittliche Stundenlöhne
  • Lohnausfallstunden / Durchschnittsalter
  • Lohnkosten der Bereiche
  • Angestelltenquoten
  • Angestellte mit akquisitorischen Aufgaben
  • Durchschnittliche Jahresgehaltskosten / Durchschnittliche Gehälter
  • Sonstige Betriebskosten, Kapitalkosten
  • Kapitalkosten / Sonstige Kosten
  • Biegerei / Flechterei Kosten / Formenbau-Kosten
  • Lohnstunden je produzierter Tonne
  • Gesamtvergleich Verwaltungs- u. Konstruktionskosten
  • Verwaltungs- und allgemeine Kosten
  • Flächennutzung / Lagerumschlag / Schichtsysteme

Vorbemerkung aus dem 37. Betriebsvergleich FTW 2024/25

Mit Anpassungen der Personalkapazitäten, Reduzierung von Schichten und weniger Neuinvestitionen versucht die Branche sich der sinkenden Nachfrage anzupassen. Dennoch erlitten die Betriebe im Gesamtdurchschnitt in 2024 einen Verlust von -2% der Jahresleistung und berichteten einen nur noch knapp positiven Cashflow. Die Zementpreise reduzierten sich minimal, bleiben aber auf einem sehr hohen Niveau. Zuschlagstoffewurden erneut teurer. Insgesamt stiegen die Betonkosten innerhalb der letzten fünf Jahre um etwa 40%.


Auch bei den Herstellern konstruktiver Fertigteile reichten die Anpassungsmaßnahmen nicht aus. Sie verzeichneten ein negatives Betriebsergebnis. Der Cashflow wurde nur etwas über Null gehalten. Die Fixkosten für Vertrieb, Verwaltung und technisches Büro konnten nicht gedeckt werden. Gestiegene Frachtkosten wirkten sich zusätzlich belastend aus. Im Bereich der Wandelemente brachen die Umsätze innerhalb von zwei Jahren um fast 50 % ein. Trotz alledem gibt es sie: die Spitzenbetriebe unter den FT-Werken – definiert als das obere Fünftel gemessen am Ergebnis - erzielten einen Gewinn von fast 8%.


Die Deckenwerke mussten ebenfalls eine Halbierung ihrer Jahresleistung binnen zwei Jahren hinnehmen. Sowohl Rendite als auch Cashflow waren in 2024 negativ. Die Kosten für Angestellte und Verwaltung beliefen sich auf mehr als 50 % der Wertschöpfung. Selbst die Spitzenbetriebe konnten nur noch einen knapp positiven Überschuss vorweisen, trotz starker Kapazitätsreduzierung im gewerblichen Bereich.

Der Umsatz der Produzenten von Steinen und Pflastern sank um fast ein Zehntel. Trotz konsequenter Reduzierung des Personals ergab sich ein Nullergebnis. Die Fixkosten durch den hohen Maschinierungsgrad belasteten spürbar. Die Spitzenbetriebe in diesem Segment erreichten einen Cashflow von durchschnitt- lich 15%.


Die Garagenwerke erzielten im Mittel keinen Gewinn. Vergleichsweise moderate Rückgänge berichteten die Hersteller von Rohren und Schächten. Sie wiesen weiterhin positive, jedoch schwache Resultate aus. Mit einer schwarzen Null zeigten die Betriebe in den neuen Ländern im Schnitt weniger schlechte Jahresergebnisse als jene im Westen. Positiv wirkten sich geringere vorgehaltene Kapazitäten im Angestelltenbereich aus. Der Lohnstundensatz-Vorteil beträgt noch etwa 15%.


Neu im Betriebsvergleich aufgenommen wurden ESG-Kennzahlen, die besonders bei der Unfallhäufigkeit auffällig hohe Werte ausweisen. Zeigen sich inzwischen mehr als nur Lichtblicke am Horizont? Erste Anzeichen deuten an, dass sich die Nachfrage wieder beleben wird. Aufgabe der am Markt aktiven Betriebe wird es sein, diese profitabel zu bewältigen. Der Betriebsvergleich zeigt, worauf es dabei ankommt.

Fertigteile & Betonwaren


VERGLEICHSGRUPPEN


Der Betriebsvergleich Fertigteile und Betonwaren wird seit 35 Jahren in Folge durchgeführt.

Weitere vielfältige individuelle Auswertungsmöglichkeiten bestehen (nach Produktgruppen,

Betriebsgrößen, regionaler Wettbewerb, Spitzenbetriebe u.a.).


Die Hauptgruppen bestehen aus Fertigteilwerke / Wandwerke, Deckenwerke, Betonsteine und -pflaster, Betonrohre / Schachtelemente und Fertiggaragenwerke. 


Regional gliedert sich der Vergleich nach Deutschland / Alte Länder sowie Deutschland / Neue Länder. Teilnehmer sind ca. 120 Werke.


STATUSREPORT „FERTIGTEILE & BETONWAREN 2023/24“


Zurzeit beeinträchtigen weiterhin Auslastungsprobleme und auch Preiskämpfe die Betriebe der Branche, in Einzelfällen bis hin zur wirtschaftlichen Existenzgefährdung. Bereits in 2023 mussten drastische Reduktionen verkraftet werden. Die Betriebsergebnisse brachen auf ein historisch niedriges Niveau ein. Produktionspersonal wurde vermindert. Im Verhältnis zur Leistung stiegen die Fixkosten deutlich an. Zusätzlich verschärfte die erhebliche Verteuerung

von Zement die Situation. Die Kostenerhöhungen für Ein- und Ausgangsfrachten wirkten sich schon im vergangenen Jahr aus.


Viele Hersteller von konstruktiven Fertigteilen versuchten, die Kapazität der eigenen gewerblichen Mitarbeiter und der Subunternehmer an das geringere Fertigungsvolumen anzupassen. Dennoch verzeichneten sie im Mittel einen drastischen Gewinneinbruch um fast 2/3, trotz der gesunkenen Stahlpreise. Ganz so extrem war die Renditeverminderung bei den

Produzenten von Wandelementen nicht. Die Spitzenbetriebe der Fertigteilhersteller erlitten ebenfalls massive Umsatzverluste. Dank besserer Produktivität und Lohneffizienz erzielten sie eine durchschnittliche Marge von über 15%.


Die vormals höchste Rendite der Vergleichsgruppe Deckenwerke ist in 2023 auf einen marginalen Wert geschrumpft. Fast 30% betrug die Mengeneinbuße. Die Belegschaft wurde nicht in diesem Ausmaß angepasst. Wesentlich stärker als der Schnitt verringerten die Spitzenbetriebe ihre Personalkapazitäten (auch im Angestelltenbereich). Sie erreichten erneut einen zweistelligen Jahresüberschuss – der Belegungskoeffizient der Umlaufanlagen fiel in diesen Werken weiterhin besser aus.


Der Gewinn der Stein- und Pflasterunternehmen brach im Schnitt um mehr als die Hälfte ein. Die profitabelsten Betriebe weisen oft einen stärkeren Schwerpunkt auf niedrigpreisigere Produkte auf. Sie verloren deutlich weniger Auslastung als der Gesamtschnitt und verbuchten dank hoher Produktivität weiter sehr gute Resultate. Zudem berichteten sie geringere Anlagenstörzeiten.


Die Produktion der Garagenwerke sank um 11%, der Betriebserfolg ging moderat zurück. Den mildesten Umsatzrückgang wiesen die Hersteller von Rohren und Schächten aus. Sie erzielten in 2023 eine etwas bessere Marge als im Jahr zuvor.

Günstigere Betonkosten und niedrigere Lohnsätze wirkten für die Betriebe in den neuen Ländern verhältnismäßig vorteilhaft. Auf niedrigem Niveau blieben die Ergebnisse stabil.


Die Marktentwicklungen in der Fertigteile- und Betonwarenbranche erfordern neue Strategien. Mehr denn je ist es Aufgabe, die eigenen Ressourcen optimal einzusetzen. Der Betriebsvergleich und seine SZENARIEN sind hierfür aussagekräftige und effiziente Instrumente.