Für die Naturstein-Industrie bietet SCHOTT + PARTNER seit 1989/90 einen strukturierten Betriebsvergleich nach der Methode SCHOTT. Die Auswertung erfolgt in zwei Hauptgruppen, getrennt nach der Art des gewonnenen Gesteins, und wird zusätzlich nach Betrieben aus den neuen und alten Bundesländern differenziert. Nachfolgend erhalten Sie anonymisierte Auszüge aus dem neuesten Betriebsvergleich.
Der Absatz der Natursteinbetriebe verminderte sich in 2024 erneut - innerhalb der letzten 5 Jahre in Summe sogar um nahezu ein Viertel. Gleichzeitig stiegen die Personalkosten je Tonne in diesem Zeitraum um etwa 50 %, ebenso die Instandhaltungsausgaben. Die Aufwendungen für Strom und Diesel sanken zuletzt, liegen jedoch weiterhin deutlich über dem früheren Niveau. Der CO2-Ausstoß durch Stromverbrauch verringerte sich leicht.
Insgesamt legten die Betriebssachkosten je Tonne in den genannten 5 Jahren um rund 40 % zu. Auch die Ausgaben für Verwaltung und Vertrieb stiegen bezogen auf die Tonnage durchschnittlich um fast zwei Drittel. Die Angestelltenquote wuchs in diesem Zeitraum von 9,2 auf 12,4 Angestellte je 1 Mio. Tonnen. Dass die Mengenrückgänge und Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nicht zu einem wirtschaftlichen Desaster für die Branche führten, ist fast ausschließlich auf die kräftige Anhebung des Verkaufspreisniveaus zurückzuführen. Auch im Berichtsjahr 2024 konnten dadurch die Betriebsergebnisse verbessert werden.
Aus branchenspezifischen Gründen fällt es den Werken schwer, sich an eine geringere Auslastung anzupassen.Teilweise gelingt dies: In 2024 erzielten die Spitzenbetriebe mit den höchsten Gewinnen in fast allen Produktgruppen und Betriebsbereichen bessere Produktivitätswerte als der Durchschnitt. Im Mittel steigerten die Hersteller von Edelsplitt ihre Rendite in 2024 im Vergleich zum Vorjahr spürbar. Die gesunkenen Stromkosten wirkten sich hier besonders positiv aus. Bei Hartsteinwerken mit einem Edelsplittanteil unter 30 % war dieser Effekt aufgrund des geringeren Stromverbrauchs schwächer, dennoch verbesserten sich die Resultate.
Die Kalksteinwerke mussten im Berichtszeitraum einen sehr deutlichen Rückgang der Absatzmengen hinnehmen. Jahresergebnis und Cashflow entwickelten sich rückläufig. In den neuen Bundesländern war der Marktdruck nochmals stärker ausgeprägt als in den alten Bundesländern. Das Erlösniveau ist weiterhin niedriger, die Überschüsse fielen schwächer aus. Etwas günstiger waren die Bezugspreise für Strom und Diesel.
Die Dynamik der Erlössteigerungen der letzten Jahre, die die sinkende Produktivität der Branche überkompensierten, ließ 2024 nach. Jetzt ist es die Aufgabe, die Effizienz der Unternehmen zu erhöhen. Der Betriebsvergleich zeigt konkret auf, was möglich ist.